Manuelle Lymphdrainage & KPE

Die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE) wird in zwei Phasen eingeteilt - die Entstauungs- & Erhaltungsphase.

In der ersten Phase soll die angestaute Flüssigkeit abtransportiert, und somit die Schwellung des Gewebes verringert werden.

Die zweite Therapiephase dient vorrangig dazu, das erzielte Ergebnis der Entstauungphase zu erhalten und weiter zu verbessern. Für gewöhnlich wird diese Phase  dauerhaft weitergeführt, da eine Behandlungsunterbrechung das Ödem wieder verschlechtern würde.

Phase 1

Die Lymphdrainage wird angewandt, um eine mangelnde Funktion des Lymphsystems zu unterstützen oder eine Überlastung zu verringern und somit Ödeme zu reduzieren. Die Lymphe wird manuell abgeleitet bzw. nach Lymphknotenentfernungen umgeleitet, um das Lymphsystem zu unterstützen, zu trainieren und zu entlasten. Eine Lymphdrainage darf keine Schmerzen bereiten. Die dabei eingesetzten speziellen Handgriffe müssen leicht & sanft ausgeführt werden.

 

Auf diese Art wird die Abschwellung des Gewebes unterstützt, Schmerzen können reduziert, und das Gewebe wieder lockerer und weicher werden, so dass sich auch die Bewegung verbessert. Auch können Verletzungen bzw. Wunden im Ödembereich besser heilen.

 

Phase 2

Im Anschluss an die Manuelle Lymphdrainage werden meist Kompressionsverbände angelegt bzw. Kompressionsstrümpfe angepasst, um ein erneutes Anschwellen des entstauten Gewebes zu verhindern. Diese Bandagierungs-Sets werden vom Arzt separat verordnet.

 

Sie können mich gern kontaktieren, wenn sie Fragen zum richtigen Bandagierungsmaterial haben. Das Ausmessen und Bestellen von Kompressionsbestrumpfungen erfolgt im Sanitätshaus nach Wahl.

Wann führt man eine Lymphdrainage durch?

Bei  folgenden Erkrankungen kommt die Ödemtherapie häufig zum Einsatz:

  • Chronisches Lymphödem

  • Chronisch-venöse Insuffizienz (sichtbar häufig in Form von „Krampfadern“)

  • Postoperative Schwellung

Auch bei anderen Krankheiten kann eine Lymphdrainange förderlich sein, der therapeutische  Stellenwert ist dabei jedoch geringer. Dazu zählen:

  • Chronische Polyarthritis

  • CRPS (complex regional pain syndrome, ehemals Morbus Sudeck)

  • Schwellungen nach Halbseitenlähmung (Hemiparese) bei Schlaganfall

  • Kopfschmerzen

Darüber hinaus gibt es weitere, nicht-krankheitsbedingte Einsatzgebiete für die Lymphdrainage: Schwangerschaft kann bei Frauen beispielsweise zu Ödemen führen, die vor allem abends und nach langem Stehen auftreten. Diese sind nicht zwingend behandlungsbedürftig, können eine Schwangere aber sehr belasten. Dann hilft eine Lymphdrainage. 

Wann ist Lymphdrainage nicht ratsam?

Bei bestimmten Krankheitszuständen sollte die Lymphdrainage nicht angewendet werden. Dazu zählen:

  • bösartige Tumoren

  • akute Entzündungen

  • starke Herzschwäche (dekompensierte Herzinsuffizienz Grad III-IV)

  • Herzrhythmusstörungen

  • sehr niedriger Blutdruck (Hypotonie, unter 100/60 mmHg)

  • akute tiefe Thrombose der Beinvenen

  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) oder Carotis-Sinus-Syndrom (v.a. relevant bei Lymphdrainage am Hals)

  • unklare Hautveränderungen (Erysipel)

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